Marokkos Königsstädte
Teil 1 (80 Fotos)
Marokkos Königsstädte
Teil 2 (100 Fotos)
Marokkos Königsstädte
Teil 3 (100 Fotos)
Prolog
Sieben Tage Rundreise Marokkos Königsstädte:
sieben Mal um sechs Uhr wecken,
sieben Mal Kampf am Frühstücksbuffet um Kaffeetassen,
sieben Mal Abfahrt um sieben Uhr dreißig,
sieben wunderbare, ereignisreiche Tage,
1850Km im Bus quer durch Marokko,
sieben Mal "shukran" an Rachid El Kahlawi (Reiseführer)
Ankunft
Für mich aber war es die erste Reise auf den afrikanischen Kontinent und sollte eine Reise in eine neue, mir unbekannte Welt werden.
Das es eine Reise (zum Teil) ins Mittelalter werden sollte hatte ich so nicht erwartet. Meine Reisebegleiterin war schon einmal in Nordafrika und daher schon etwas vorbereitet.
Auf dem Flug nach Agadir konnten wir die herrliche Sicht aus dem Kabinenfenster
genießen. Als sich nach etwas über drei Flugstunden die Kabinentür in Agadir öffnete, traf uns die
heiße afrikanische Luft
wie ein Keulenschlag. Der Transfer vom Flughafen in unser Hotel funktionierte tadellos und wir konnten die ersten Eindrücke von Marokko gewinnen.
Überraschung: Unser Hotel ist eine hervorragend ausgestattete Unterkunft, ca. fünf Gehminuten von der Strandpromenade und vom riesigen Strand entfernt.
1. Tag
Nachdem wir am Abend vorher den Rest der Reisegruppe (36 Personen), unseren Guide (Rachid El Kahlawi)
kennen gelernt haben und einen kurzen Kampf am Frühstücksbuffet ausgefochten haben, fahren wir um 7.30Uhr Richtung Marrakech ab (ca. 300Km).
Erster Halt an einem Aganienbaum, es ist schon sehr heiß und wir fahren auf der N8 weiter durch eine abwechslungsreiche Landschaft. Kurze Rast auf Hälfte der Strecke und weiter
geht es. nach ungefähr vier Stunden Fahrzeit erreichen wir Marrakech.
Kleiner Spaziergang durch den Jardin de la Menara mit seinen 50.000 Olivenbäumen. Auf Grund der extremen Wetterlage ist leider vom
schneebedeckten Atlas im Hintergrund nichts zu sehen.
Mittagessen im Hotel, kurzer Besuch bei dem Saaditen Mausoleum und im Palais Bahia und auf in die Souks von Marrakech. Erster Eindruck: Wahnsinn!
So viele Menschen teilen sich so wenig Raum mit Mofas, Mopeds, Eseln und Pferden und so laut!
Aber es geht noch mehr: Jeema el-Fna.
Trotz des Getümmels wird der Fotograf erkannt, wird von der Trommlergruppe vereinnahmt, bekommt eine Schlange umgehängt und erst nach der Zahlung eines entsprechenden Bakschisch
kommt man wieder frei. Ein Erlebnis der besondern Art (wenn man nicht so erschrocken ist).
Bei einem Abendessen mit folkloristischer Untermalung klingt der Tag dann aus.
2. Tag
In aller Frühe machen wir uns auf den Weg nach Marrakech. Am Abend werden 500 Km mehr auf dem Tachometer stehen.
Auf halber strecke hat Rachid eine Überraschung für uns: Wir besuchen einen Souk el Khamees, den Donnerstagsmarkt. Was hier abgeht hat noch keiner der Mitreisenden gesehen.
Alles was das (marokkanische) Herz begehrt gibt es hier. Vom Fahrrad, über lebende Hühner, Rindfleisch, Gewürze bis hin zur Graspfeife. Einfach Alles.
Nachdem Rachid alle seine Reisenden wieder eingesammelt hat geht es weiter. Immer am Rand des Atlas entlang über Azrou nach Irfane. Hier sieht alles irgendwie aus wie zu Hause in den Alpen.
Auf Grund der hohen Schneemengen die hier oben fallen können, ist ein anderer Baustil notwendig erklärt uns Rachid. Nach kurzer Rast in Irfane
Endspurt nach Fes.
Im Hotel sind gerade zwei Busse mit Touristen eingetroffen. Wir sind der dritte Bus. Kurz nach dem Einchecken bricht das Chaos aus. Die Betten sind nicht gemacht, keine Handtücher auf den Zimmern, die Klimaanlage
funktioniert nicht. Unser Zimmer liegt direkt über dem Speisesaal zum Innenhof. Nachdem die Handtücher eingetroffen sind und ich
endlich duschen kann platzt der Duschschlauch. Mir platzt der Geduldsfaden
und ich mache halbnass den Hotelmanager zur Schnecke. So wie es aussieht treffe ich die falschen Worte denn die nächsten Tage grüßt er mich nicht einmal
mehr.
Rachid versucht in aller Ruhe die Probleme zu lösen, wird aber von einigen Mitreisenden sehr übel angemacht. Das hat er nicht verdient. Entschuldigung Rachid!
Am nächsten Tag erhalten wir ein neues, größeres und helleres Zimmer und entdecken die
Dachterrasse mit toller Aussicht. Alles Super!
3. Tag
Beim Frühstück (mit zu wenig Kaffeetassen) erfahren wir, dass gestern Abend noch ein Reisebus, obwohl angekündigt und gebucht, vom Hotelmanagement abgewiesen wurde.
Das beeindruckt uns in diesem Moment auch nicht so sehr denn wir freuen uns auf: Volubilis und Meknes mit einem Abstecher nach Moulay-Idriss.
Es wird ein ruhiger Tag. Kurze Fahrt nach Volubilis. Knapp zwei Stunden "alte Steine gucken". Dann führt Rachid den Bus über eine Nebenstraße zu einem Aussichtspunkt oberhalb der
heiligen Stadt Moulay-Idriss. Wir genießen die Aussicht und erkunden anschließend Moulay-Idriss. Das Grab ist nur Muslimen zugänglich und selbst Übernachten dürfen die "Ungläubigen"
nicht in der Stadt. Das Mittagessen genießen wir in einer Gaststätte am Rand von Meknes mit einem wunderbaren Blick auf die Stadt.
Nach einer Fahrt entlang der beeindruckenden Stadtmauer werden wir abgesetzt und machen uns auf einen kurzen Fußmarsch zum Mausoleum von Moulay Ismail. Und jetzt kommt es ganz dick:
Ein Wolkenbruch, hier in der marrokanischen Hitze. Innerhalb von Sekunden stehe ich alleine auf der Straße. Alle Mitreisenden sind in den Basaren oder den Türvorsprüngen verschwunden!
Plötzlich taucht Raschid wieder auf: Mit einem Regenschirm! Er trommelt die Reisegruppe wieder zusammen denn so plötzlich wie der Regen gekommen war ist er wieder verschwunden.
4. Tag
Heute ist Samstag und seit heute gilt in Marokko die Sommerzeit (bis Anfang August) und keiner hat es gemerkt.
Auf dem Plan stehen der Königspalast, der nicht besichtigt werden kann und Fes el-Jedid und Fes el-Bali.
5. Tag
Transfertag nach Rabat und Casablanca.
Anfahrt über die Autobahn nach Rabat. Am Straßenrand fallen Gebilde mit übereinander gestapelten Kugeln auf. Ein Hinweis für den Kundigen: Hier gibt es etwas zu kaufen! Honig, Kräuter oder irgend etwas anderes
Vorbei am "privaten" Königspalast gelangen wir nach Rabat.
Erster Eindruck: Große Baustelle.
Wir schlendern durch die Kasbah mit ihren ruhigen, blau-weißen Gassen. Sehr
pittoresk. Durch den Andalusischen Garten zurück zum Bus. Jetzt geht es zum Mausoleum Mohamed V.
Begrüßt werden wir von Gardisten hoch zu Ross. An ihren roten Uniformen können wir erkennen das es in
Marokko noch Winter ist (im Sommer ist die Uniform nämlich weiß). Wenn die Jungs eine Kamera sehen, fangen sie an zu
"posen",
was recht lustig interessant wirkt. Und sie freuen sich wenn ich ihnen die Fotos in der Kamera zeige.
Wir gehen durch die Überreste der Hassan-Moschee vorbei am unvollendeten Hassan-Turm zurück.
Eine kurze Stadtrundfahrt und wir sind am Königspalast. Auffällig ist die Lässigkeit der Garde. Kein Strammstehen wie vor dem Buckinhampalast oder wie man es von anderen Garden her kennt. Wirklich "cool man".
Die Fahrt geht weiter, entlang am Atlantik nach Casablanca. Kurzes Mittagessen im Hotel. Dann geht es zur großen Moschee Hassan II. Ein gigantisches Bauwerk. Auf dem Vorplatz
gibt Rachid uns 30 Minuten Zeit um uns umzusehen. Als wir am
Eingangsportal ankommen sind schon 15 Minuten um! Kurze Stadtrundfahrt und zurück zum Hotel.
Nach den Abendessen beschließen wir noch einmal zur Moschee zu fahren. Von Rachid erhalten wir auf Nachfrage den Tipp zur Bar im Hotel "Idou Anfa". Wir versuchen ein Taxi zu chartern.
Wir sprechen kein Arabisch und der Taxler kein Deutsch.
Mit Hilfe eines anderen Taxifahrers (der natürlich ein paar Dirhams erhält), sollen wir 300 Dirhams zahlen.
Das
Angebot: Er fährt uns zur Moschee, wartet, bringt uns anschließen zur Hotelbar und bringt uns von dort wieder zurück zu
unserem Hotel. Bei uns große Skepsis! Aber sein Angebot: Gezahlt wird erst wenn wir wieder im Hotel sind. Das finden wir Fair. Den Preis auch und los
geht es. Der Kerl plappert ununterbrochen. Kurze Fotosession an der Moschee und unser Taxi steht schon parat! Er bietet uns noch eine kostenlose Stadtrundfahrt an und das Geplapper geht weiter.
Das einzige was ich verstehe: Baden Baden! Schön, denke ich, dann war erhalt schon ´mal in Baden Baden!
Jetzt fängt er auch noch zu telefonieren (es kann ja nicht passieren, er fährt ja in der Mitte der Straße). Dann gibt er mir den Hörer: Ich höre in gutem Deutsch: "Guten Abend, wie geht es Ihnen? Gefällt Ihnen die Fahrt?
Ich bin der Bruder ihres Fahrers und ich in: BADEN-BADEN!!". Das nenn ich Familienbande.
Im Hotel "Idou Anfa" genießen wir im 16. Stock die Aussicht auf die Moschee Hassan II und Casablanca. Ein würdiger Abschluss.
6. Tag
Zurück nach Agdir (ca. 500 Km).
Abfahrt mitten in der Nacht um 7.30 Uhr. Rachid will die "Rush hour" am Montag Morgen umgehen
Eine ruhige Fahrt durch abwechslungsreiche Landschaft nach Marrakech. Eine Stippvisite in den Souks (ich bekomme einen Turban verpaßt). Mittagessen in einem Restaurant mit einem
geschäftstüchtigen Musikanten und dann auf zum Endspurt über die N8 nach Agadir. Auf der N8 ballt sich der Verkehr. Auch hier wollte Rachid dem meisten Verkehr ausweichen, denn: Je später es wird,
um so mehr Verkehr, sagt er. Es reich auch jetzt schon. LKW an LKW und dazwischen noch viele Mähdrescher auf dem Weg nach Süden. Kurz nach 19.00 Uhr treffen wir -endlich- in Agadir ein.
Wir erfahren noch, dass sich unser Rückflug nach München um vier Stunden verspätet. Wir können also am nächsten Tag ausschlafen und können uns noch ein paar "Casablancas" gönnen.
Epilog
Ein einzigartiges Erlebnis.
Statistisch gesehen haben wir ungefähr jeden Kilometer ein Foto gemacht.
(Gefühlt waren es für unsere Mitreisenden und dem geduldigen Reiseführer Rachid sicher mehr.)
Wie hat doch einmal eine bekannte Figur gesagt: I´ll be back!
Sehr gerne. Dann aber mit mehr Zeit.
